Aufmerksamkeits- und Leistungsstörungen

Unser Schlaufuchs-Training für Kinder mit Aufmerksamkeits- und Leistungsstörungen

Wir bieten verschieden Trainingsprogramme für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen an. Die Trainingsgruppen werden von uns individuell – entsprechend des vorherrschenden Störungsschwerpunktes – zusammengestellt. Ziel dieser Trainingsprogramme ist die Verbesserung des schulischen Leistungsverhaltens und die Steigerung der konzentrativen Möglichkeiten!

Trainingsprogramme im Überblick

Unter unserem Schlaufuchs- und Drachentraining sowie dem Training für TigerKids subsumieren sich folgende erprobte Trainingskonzepte:

Lauth und Schlottke: Training mit Aufmerksamkeitsgestörten Kindern nach Lauth und Schlottke, Basis- und Strategietraining. Siehe auch: Homepage Professor Lauth

ATTENTIONER: Training für Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen – Das neuropsychologische Gruppenprogramm ATTENTIONER. Claus Jacobs, Franz Petermann.

Marburger Konzentrationstraining MKT für Vorschul- und Schulkinder: Dieter Krowatschek, Gita Krowatschek, Caroline Reid

THOP: Therapieprogramm für Kinder mit hyperkenitischen und oppositionellem Problemverhalten. Döpfner, Schürmann, Fröhlich

SELBST: Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen. Daniel Walter, Manfred Döpfner

Unser Schlaufuchs-Training entlang des Basis- und Strategietrainings nach Lauth und Schlottke

Unser Schlaufuchs-Training basiert auf die Module des Basis- und Strategietrainings nach Lauth und Schlottke ergänzt um das Selbstmanagementkonzept des THOP und gegebenenfalls erweitert mit den Therapiebausteinen aus Programm SELBST Leistungsprobleme, um gezielt Leistungsstörungen zu mindern, die nicht auf intellektuelle Begabungsdefizite zurückgeführt werden können. Weitere sich anschließende Maßnahmen dienen der Erarbeitung von angemessenen Lernstrategie und dem planvollen Hinarbeiten auf schulische Aufgaben (wie das rechtzeitige Erledigen von Hausaufgaben, das gezielte Hinarbeiten auf Leistungstest, das Vorbereiten von Referaten usw.), damit sich nachhaltige Lernerfolge einstellen können. Ausführliche Informationen zum Aufmerksamkeitstraining nach Lauth und Schlottke erhalten sie hier:

lauth-und-schlotke

Die Symbolfigur für das Strategietraining bzw. dem Konzept des Selbstmanagements ist der Schlaufuchs. Der Schlaufuchs kennt verschieden Tricks, um Aufgaben erfolgreich zu bewältigen. Jüngeren Kindern, die am Basistraining teilnehmen, hilft der Stoppbär bei der Verhaltensregulation.

Das Basistraining dient dem Einübung sogenannter Basisfertigkeiten wie „genau hinschauen“, „genau zuhören“, „genau wiederzugeben “ bzw. „genau zu beschreiben“. Die Erlangung dieser fundamentalen Fertigkeiten bilden die Grundlage komplexere (schulischer) Aufgaben. Die Übungsmaterialien fördern das genaue und gesteuerte Hinsehen und das strukturierten beschreiben des Wahrgenommen. Erst nach dieser strukturierten Betrachtung und der Beachtung aller relevanten Details wird gehandelt. Der Stoppbär hilft dabei erst innezuhalten und nachzudenken und dann zu handeln.

Das planvolle, strategische und reflexive Vorgehen und das Erarbeiten metakognitiver Prozesse ist das Ziel des Strategietrainings. Das antizipierende Verhalten, mithin das Vorausplanen und Entwerfen von Lösungsstrategien wird trainiert. Über das „innere Sprechen“ lernen die Kinder ihr Verhalten zu steuern, damit das Ziel nicht aus den Augen verloren. Dem Lösen einer Aufgabe geht das entwerfen eines Planes vorran. Zuvor muss sichergestellt sein, dass es zur Aufgabenstellungen keine Fragen mehr gibt. Die Selbstinstruktion wird durch den Gebrauch von Signalkarten (Ampelkarten) unterstützt. Letztendlich werden die verinnerlichten Problemlöse- und Handlungsstrategien auf schulrelevanten Aufgaben übertragen.

Ziel der Trainingsprogramme:

Die Programme basieren in unterschiedlicher Gewichtung auf einem Strategietraining, einem Selbstinstruktion-Training und dem Erlernen von Selbstmanagement-Techniken um Leistungsprobleme zu minimieren.

Was sind Leistungsprobleme? Schulische Leistungsprobleme können verschiedene Ursachen haben. Schulleistungsprobleme bzw. Lernstörungen können als Minderleistungen beim Absichtsvollen Lernen (Lesen, Rechnen, Schreiben, Lernhaltungen, Lernorganisation) bezeichnet werden. Die erwünschten Leistungsergebnisse werden vom Kind nicht erbracht, obwohl die Leistungsangebote – Schulform – seinen kognitiven Möglichkeiten angemessen sind (vgl. Lauth 1999, S. 76). Gemäß Walter und Döpfner lassen sich Leistungsprobleme in drei Arten untergliedern:

1. Leistungsprobleme aufgrund von intellektueller Überforderung: Hier stimmt das individuelle intellektuelle Begabungsniveau nicht mit der gewählten Schulform überein.
2. Leistungsprobleme aufgrund von umschriebenen Entwicklungsstörungen: Kinder und Jugendliche zeigen in Teilbereichen (im Lesen, Schreiben, Rechen) ausgewiesene Schwächen obwohl die grundlegende Begabung des Kindes der Schulform angemessen ist. Meist gehen damit psychische Belastungen (herabgesetztes Selbstwertgefühl oder Insuffizienzgedanken) einher. Die Ergotherapie kann in diesem Bereich die lerntherapeutischen Angebote oder die schulische Nachhilfe ergänzen: Z.B. über individuelle Trainingsmaßnahmen die Möglichkeiten der phonologischen Bewusstheit oder der visuellen Wahrnehmung erweitern.
3. Leistungsprobleme aufgrund von psychischen Faktoren: Sofern Minderleistungen nicht hauptsächlich auf intellektuelle Überforderung, umschriebene Teilleistungsstörungen oder andere Entwicklungsstörungen zurückzuführen sind, sondern psychische Faktoren (mangelnde oder fehlende Leistungsmotivation, keine Anstrengungsbereitschaft, unzureichende Möglichkeiten das Lernen zu organisieren, Leistungsängste) vorliegen, können – nach entsprechender ärztlicher oder kinderpsychologischer Diagnostik – ergotherapeutische Maßnahmen sinnvoll bzw. indiziert sein. Kinder, deren Leistungsprobleme psychische Ursache (z.B. eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) haben, bleiben durch diese Störungen unter ihrem eigentlichen intellektuellen Leistungsniveau.

Meist sind Leistungsprobleme multifaktoriell bedingt und die drei angeführten Gruppen überschneiden sich, so dass eine klare Trennung nur bedingt möglich ist. Emotionale Instabilitäten, prägende Frustrationserlebnisse, defizitäres Selbstwerterleben können sowohl die Ursache, als auch die Folge von überdauernden Schulmisserfolgen sein. Die isolierte Betrachtung nur einer Interventionsebene kann nur bedingt erfolgreich sein.

Wie lassen sich Leistungsprobleme erkennen?

Leistungsprobleme werden zunächst dadurch deutlich, dass schulische Anforderungen nicht erfüllt werden. Unmittelbaren Einfluss hierauf nehmen nach Walter und Döpfner vier Faktoren.

1. Dysfunktionale leistungsbezogene Kognitionen und unzureichende Anstrengungsbereitschaft: Lang anhaltende schulische Misserfolgserlebnisse können die Anstrengungsbereitschaft und die Motivation weiter herabsetzen und zu weiteren leistungsmindernden internal-stabile (im Schüler selbst liegenden) Attributionen. D.h. der Schüler macht seine eigenen – geringen Fähigkeiten – verantwortlich für die Misserfolge und glaubt er könne sowie nichts ändern und lässt jedwedes Bemühen um bessere Ergebnisse vermissen. Analog erfolgt dies auch bei external-stabiler Attribution. Der Schüler macht den Lehrer oder die Schwere der Aufgabe für sein Versagen verantwortlich und wird wiederum nichts ändern wollen. Die Attribution auf stabile Ursachen lässt resignieren und führt wiederum zur Leistungsvermeidung mit defizitärer Motivation, Ausdauer und Depression. Nur wenn es gelingt, dem Schüler zu vermitteln, dass variable Ursachen (nicht genug gelernt, bessere Lernstrategie anwenden, früher mit der Ausarbeitung des Referates beginnen usw.) ist der Weg aus dieser Abwärtsspirale möglich. Natürlich darf hier nicht unrealistisch und ausschließlich auf internale Faktoren attribuiert werden.

2. Probleme in der Lernorganisation und Lernverhalten äußern sich dadurch, dass der Schüler seine Lernhandlungen nicht selbst organisieren kann. So werden die Schularbeiten vergessen oder unvollständig erledigt und das Hinarbeiten auf Prüfungen oder Referaten gelingt nur unzureichend. Hier kann z.B. das Strategietraining nach Lauth und Schlottke ansetzen oder über das SELBST-Therapieprogramm der Weg zu einer verbesserten organisatorisch-planerischen Verhaltensweise aufgezeigt werden.

3. Defizitäre Mitarbeit im Unterricht/Störverhalten: Der Lernstoff wird aufgrund eines expansiven Störverhaltens oder bedingt durch passives, apathisches, träumerischen Verhaltens unzureichend erfasst bzw. vorhandenes Wissen nicht sichtbar.

4. Fachbezogene Wissenslücken, erworben über chronische Leistungsprobleme erschweren zukünftiges Leistungsverhalten. Fehlendes wichtiges Basiswissen erschwert den Zugang zu neuen Lerninhalten.

Wo setzen die Trainingsprogramme an?

Das Strategietraining nach Lauth und Schlottke, das Marburger Konzentrationstraining oder das THOP-Therapieprogramm sowie das SELBST-Trainingsprogramm bieten einen Ansatz zur Vermittlung metakognitiven Wissens, um über die Erweiterung der exekutiven Fertigkeiten die Möglichkeiten des intentionalen Lernen zu verbessern.

Ziel der therapeutischen Maßnahmen ist der Aufbau eines planvollen reflexiven Arbeitsverhaltens. Die Trainingsmaßnahmen sind umso wirkungsvoller, je mehr es gelingt den praktischen Nutzen herauszustellen. Transferleistungen in den Alltag stellen sich nur ein, wenn nicht wirkungsvolle Attributionsmuster aufgebrochen werden können und sich positive Interaktionen auf einer weiteren Ebene,  nämlich in der familiären und schulischen Lernumwelt sowie im Umfeld der Gleichaltrigen, entwickeln.

 

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Bildnachweis:
http://www.oldskoolman.de/bilder/menschen/allgemein/line-dance-1/

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